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Meine Reise … ans Ende der Welt

Den Jakobsweg nach Santiago de Compostela und weiter bis ans Ende der Welt

jakobsweg1.jpg31 Tage lang, vom 7.Mai bis zum 7.Juni 2004, pilgerte ich den Jacobsweg 1017 km weit vom französischen Puerto de Somport in den Pyrenäen bis nach Finesterra.

Gerade die letzten drei Tage, vom Pilgerziel Santiago de Compostella bis ans Ende der Welt (Finesterra), waren für mich noch besonders wichtig, geradezu wie ein Ausatmen. Die Pilgerreise stellt sich im Nachhinein als ein Höhepunkt meines Lebens dar.

jakobsweg2.jpgDabei fing etwa zwei Jahre vorher alles so pragmatisch an: Ich war 52 Jahre alt, fühlte mich körperlich sehr gut und in mir verdichtete sich der Wunsch, eine längere Wanderung anzutreten. Ich hatte gelernt, meinen Körper mit seinen Bedürfnissen und den Möglichkeiten, die er bietet, zu akzeptieren und wollte jetzt wissen, ob ich auch mehrere Tage von früh bis abends wandern kann und es dabei auch ganz mit mir allein aushalte.

pilgerwolfgang.jpgIch las erst einmal das Buch „Auf dem Jakobswegâ“von Paul Coelho. Damals überzeugte es mich nicht, den Weg anzutreten – heute weiß ich, dass dieses Buch ein inneres Bild des Weges darstellt. Später fiel mir von Carmen Rohrbach das Buch „Jakobsweg – Wandern auf dem Himmelspfad“ in die Hand. Das weckte mein Interesse. Ich fand es sehr praktisch, recht preisgünstig übernachten zu können.

Im letzten Jahr, 2003, wanderte ich dann im Elsass vom Odilienberg zum Druidenstein. Ich hatte nur 12 Tage Zeit, fand es jedoch reizvoll, von einem bekannten mystischen Ort, der später durch das Christentum weiter genutzt wurde, bis zu einem Ort zu laufen, der schon im Namen auf seine besondere Bedeutung hinwies.

Bereits nach einigen Tagen hatte ich Blasen an den Füßen, was ich von anderen Wanderungen nicht kannte und fühlte mich dennoch so gut, daß ich mir vornahm, im Folgejahr den Pilgerweg zu gehen.

compostella.jpgDa ich als Buchhändler direkt an der Quelle saß, las ich nun ein Buch nach dem anderen über den Jakobsweg. Ich machte mich mit den Hintergründen des Pilgerweges vertraut und erfuhr zum Beispiel, daß man ihn schon ab dem sächsischen Görlitz begehen kann.

Ich las auch heraus, daß die Pilger den Weg gehen, um seelische Heilung zu erhalten – sicher haben sie es in den alten Zeiten nicht so genannt. Der Grund war die Gewißheit, Vergebung zu erhalten, es wurde um Gesundheit und Lebenskraft für sich oder Angehörige bei den Gebeinen von Sankt Jacob gebeten. Sogar gerichtlich Verurteilte, bis hin zu Mördern, wurden auf diesen Weg geschickt. – Durch dieses Wissen der Geschichte trat der Pragmatismus bei mir mehr und mehr in den Hintergrund.

Spätestens ab Februar 2004 war ich dann schon innerlich auf dem Weg. Ich hatte finesterra.jpggenügend Zeit und Möglichkeiten, mich mit meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und für mich zu reflektieren, was ich für mein letztes Lebensdrittel noch möchte. Und ich kann mit Gewißheit sagen, daß der Pilgerweg jetzt, als dritte Phase, noch seine Nachwehen hat und sich vieleicht weitere Früchte zeigen werden, die ich im Augenblick noch nicht erkennen kann.

Der ganze Weg und die Begegnungen dabei sind für mich ein Zeichen, ein Symbol, geworden. Ich hatte mir beispielsweise vorgenommen, eine bestimmte kulturhistorische Stätte aufzusuchen. – Es gelang mir nicht. Wie träumend lief ich einfach daran vorbei. Hinterher wurde mir klar, warum: Ich war dadurch zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort und hatte dort ein wichtiges Erlebnis. Hätte ich dies verpaßt, könnte ich heute eine wichtige Erfahrung meiner Vergangenheit nicht aus neuem Blickwinkel sehen.

sonnenuntergang.jpgDie Einsamkeit des Weges in der Weite der Natur ließ mich gut auf mich konzentrieren. Ich habe beim Gehen ausgiebig meditiert – mit einfachen Körperübungen um mir Kräfte zu holen oder meinen Fußschmerz zu lindern oder auch um mit der Natur und Wesenheiten in Kontakt zu treten.

Die vielfältigen, oft auch kurzen, Gespräche und Begegnungen mit anderen Pilgern waren für mich ein wichtiger Teil der Reise. So konnte ich auch erfahren, was diese Menschen für Themen in sich bewegten.

Zum Beispiel:
Was habe ich für Beziehungen zu anderen Menschen und wie gehe ich mit diesen um?
oder
Was will ich mit meinem Beruf – füllt er mich aus, möchte ich Neues versuchen?
Was will ich für meine Zukunft?

Nun noch einige Daten zu meinem Weg»

Und hier Empfehlungen für zukünftige Pilger»

Wolfgang Reimers

Wolfgang Reimers ist Buchhändler in Dresden und MannKomm-Workshopleiter.
Er ist zu erreichen unter:
Buchhandlung und Antiquariat
Wolfgang Reimers
Alaunstrasse 13, 01099 Dresden
Tel. 0351-8032770
eMail: buchreimers(at)web.de