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Männergruppen – Erfahrungsbericht

Aus einer selbstorganisierten Männergruppe

Die Gruppe
Wir sind heute 10 Männer, ursprünglich waren wir 6 , mit der Zeit ist die Gruppe durch Anfragen von außen jedoch gewachsen. Bei 10 Teilnehmern haben wir uns entschieden, in die Männergruppe erst einmal keine neuen Männer aufzunehmen, um den intensiven Austausch zwischen uns weiterhin zu ermöglichen.

Wir treffen uns regelmäßig abends mit drei Wochen Abstand für 3 bis 4 Stunden. Mehrere Männer möchten die Abstände auf eine oder zwei Wochen verringern. Wir haben darüber aber noch keine Einigkeit erzielt.

Neben unseren gemeinsamen Abenden sehen wir uns zu Ausflügen, mit und ohne Kinder und PartnerInnen, und bei manchen Männern haben sich auch berufliche Zusammenhänge ergeben.

Seit unserer Gründung, die aus einem angeleiteten Männerworkshop heraus erfolgte, haben wir als Gesamtgruppe keine Anleitung von außen mehr in Anspruch genommen. Die Selbstorganisation funktioniert recht gut. Sicher auch dadurch, daß wir (fast) alle schon vorher Gruppenerfahrung hatten und einige auch beruflich Gruppen anleiten oder therapeutisch tätig sind. Dennoch gab es schon Momente, in denen wir über Hilfe von außen nachgedacht haben.

Wichtig für unseren Zusammenhalt als Männergruppe sind einige
Regeln, die hier zu finden sind».
und als Kommunikationsform der Sprechkreis».

Zum Ablauf
Ein oder zwei Männer bereiten den Abend vor, überlegen sich ein Thema, den Ablauf und leiten die Sprechrunden sowie den Abend insgesamt.

Folgende Grundstruktur hat sich für unsere Männergruppe bewährt:

  • Eine Eingangsrunde, also einen Sprechkreis, mit etwa 5 Minuten Redezeit pro Mann zu den Themen: Wie geht es mir gerade? Was ist in letzter Zeit Wichtiges passiert? Habe ich an die Gruppe für heute irgendwelche Wünsche?
  • Das Thema. Bei der Themenwahl achten wir auf Ausgeglichenheit zwischen geistigen und körperlichen oder auch künstlerischen Aktivitäten.
  • Kurze Schlußrunde, etwa 2 Minuten Redezeit pro Mann:
    Wie geht es mir gerade? Was habe ich heute abend erlebt, was war für mich wichtig, was nehme ich mit nach Hause? Habe ich noch einen abschließenden Wunsch, an die Gruppe?

Genauer
Im Sprechkreis zu Beginn sprechen wir nicht der Reihe nach, im Kreis herum, sondern es ergreift der Mann das Wort, der gerade den Impuls danach verspürt. Dadurch ist Gelegenheit, schnell zu Wort zu kommen, wenn es innerlich drängt oder sich noch etwas Zeit zu nehmen, in der Gruppe anzukommen.

Beim Thema handelt es sich um vorbereitete, angekändigte Themen (Gespräch über Arbeit, Übung zur Sexualität, Malen, Trommeln) oder auch einen „offenen Abend“, an dem das passiert, was aus der Gruppe heraus entsteht.

Wenn ein Mann ein für ihn wichtiges Thema in die Männergruppe einbringt und in der Eingangsrunde um die Unterstützung der Gruppe bittet, hat sein Anliegen Vorrang. Er selbst, der Leiter des Abends und die Gruppe schauen gemeinsam, wann an diesem Abend dafür Gelegenheit sein kann. Das vorbereitete Thema steht dann zurück. Anliegen kann zum Beispiel der Wunsch sein, über etwas Wichtiges eine längere Zeit als 5 Minuten zu sprechen, zu einem persönlichen Problem die Meinung der Gruppe einzuholen oder Zuwendung oder Andacht der Gruppe zu erhalten.

Die Schlußrunde ist für den Bestand der Männergruppe äußerst wichtig. Sie ermöglicht es, vor dem Auseinandergehen die noch anstehenden Dinge zu klären. Ist ein Mann mit dem Verlauf des Abends unzufrieden, hat den Eindruck mit seinen Wünschen in der Männergruppe nicht angekommen zu sein, hatte sich innerlich zurückgezogen, so ist jetzt Gelegenheit, das noch zu äußern und vieleicht noch einen letzten Wunsch erfüllt zu bekommen (und sei es der: „Ich möchte, daß Ihr mir jetzt noch einmal 2 Minuten zuhört, auch wenn mein Anliegen mit dem Thema des Abends nichts zu tun hat.“).

Am Ende stimmen wir noch die nächsten Termine ab und gehen auseinander.