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Ich muß!

Ich muß … ! ???

Heute muß ich noch… Ich muß schnell mal …

Kennst Du solche Sätze? Sagst Du auch schnell soetwas?

Ach Du armes Würstchen, Du Bedauernswerter, Du Opfer. Du mußt? Wirklich???

Ist nicht das meiste, von dem wir sagen, daß wir es müssen, in Wirklichkeit frei gewählt?

Ich muß etwas für meinen Chef tun. Ich muß für meine Mitarbeiter sorgen. Ich muß mich um meine Familie kümmern. Ich muß heute noch ……

Stimmt das? Meistens nicht! Ich glaube, Du kannst jederzeit auch etwas anderes tun. Du kannst die Aufgabe für Deinen Chef erledigen. Und Du kannst es lassen. In beiden Fällen wirst Du mit den Konsequenzen leben müssen. Im schlimmsten Fall bei diesem Beispiel damit, daß Du Dich überarbeitest, krank wirst und früher stirbst oder daß Dein Chef Dich hinauswirft.

Du hast die Wahl! Ja, Du hast eine Wahl !

Und außerdem treten die schlimmsten Erwartungen meist ohnehin nicht ein. Meist bewegen sich die Konsequenzen irgendwo zwischen den Extremen.

Du kannst nicht so leben, wie Du möchtest, weil Du ja für Deine Familie sorgen mußt? – Stimmt nicht!!!

Du kannst Dich ins Auto setzen, Dein Geld nehmen, wegfahren, Deine Familie zurücklassen und woanders weiterleben. – Ach, Du hast kein Auto und kein Geld? Dann fährst Du eben schwarz mit der Bahn, stellst Dich als Anhalter an die Autobahnauffahrt, borgst Dir ein Fahrrad, gehst zu Fuß …

Was, das geht nicht? Wieso nicht? Es gibt Menschen, die das tun ! Wenn Du es anders möchtest, ist das in Ordnung, vollkommen. Auch ich finde es schöner, bei meiner Familie zu bleiben. Aber: Sage nicht, Du mußt!

„Ich muß“ sagt ja aus: „Ich kann nicht anders, ich bin ausgeliefert.“
Ich glaube, es gibt immer eine Alternative. Und wenn wir uns diese bewußt machen, wird aus Bedrängnis eine freie Wahl.

Das Gefühl etwas zu müssen entsteht meist nicht aus einer realen Situation, sondern aus dem Mangel an Alternativen im eigenen Bewußtsein. Selbst in Extremsituationen, wo es ums Überleben geht, haben wir noch eine Wahl: Wir können um unser Leben kämpfen. Und wir können es lassen und in den Tod gehen. Wir haben eine Wahl!

Der Mangel an bewußten Handlungsalternativen ist auch ein Mangel an Kreativität. Dem läßt sich abhelfen. Kreativ sein kann man lernen!

Zum Beispiel durch fragen.
Welche Möglichkeiten gibt es noch? Wie gehen andere Menschen mit vergleichbaren Situationen um? Was könnte ich tun, wenn ich nicht auf meinen guten Ruf, meine Ehre, die Zuneigung meiner Umgebung, meinen sozialen Status … Wert legen würde?

Sicher würde mein Leben anders verlaufen. Aber ob ich dabei glücklicher oder weniger glücklich wäre, das läßt sich vorher nicht sagen.

Probier es einmal aus. Immer wenn Du Dich, laut oder in Gedanken, sagen hörst: „Ich muß …“, dann stell Dir folgende Fragen:

* Muß ich wirklich?
* Was könnte ich stattdessen noch tun?
* Was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn ich es nicht täte?
* Was passiert wahrscheinlich, wenn ich es tue?
* Welche Wahl treffe ich jetzt?

Es geht um Alternativen! Es geht um Selbstverantwortung! Es geht um Dich!

Ganz persönlich, nur um Dich!

Und selbst wenn Du Dich nun frei entscheidest das zu tun, von dem Du vorher sagtest, daß Du es tun mußt: Du hast gewählt. Du wirst Dich freier fühlen und es vieleicht ein Stückchen lieber tun.

Und Du wirst das, was sich für Dich überlebt hat leichter loslassen können, weil Du weißt: Es gibt immer eine Alternative!