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Der Sprechkreis

Den Sprechkreis habe ich kennengelernt, als indianisches Ritual: Die Sprechstabrunde.

Er eignet sich gerade in größeren Gruppen als Kommunikationsmethode zum Kennenlernen. Dabei kann jeder von jedem zumindest einen Eindruck erhalten.

Und in kleineren Gruppen läßt er sich hervorragend auch als Mittel zur Problemlösung einsetzen.

Mir gefällt der Kreis vor allem, weil dabei sichtbar wird, daß jeder gleich wichtig ist. Jeder hat seine Zeit zur Verfügung. Jedem wird zugehört.

Ich kenne verschiedene Anlässe, um im Kreis zusammenzukommen:

* als Vorstellungskreis

* als Befindlichkeitsrunde (z.B. in Männergruppen)

* als Arbeitskreis mit einem Ziel (Aufgabe lösen)

* als Abschlußkreis

Voraussetzungen
Ihr solltet wissen, was Ihr mit dem Kreis wollt. Geht es einfach darum, sich über seine Befindlichkeiten auszutauschen, sollte auch das klar formuliert sein.

Wenn Ihr eine Maximaldauer pro Redner vorgebt, braucht Ihr noch einen Zeitwächter, der bei Ablauf der Zeit den Sprechenden bittet, seinen Satz zu beenden. Außerdem bestimmt Ihr, ob Ihr der Reihe nach, im Kreis herum, sprecht oder in der Reihenfolge, wie es sich im Augenblick ergibt.

Und als letztes ist noch zu klären, ob jeder nur einmal spricht, wie bei einer Vorstellungsrunde oder einem Abschlußkreis oder ob man mehrmals das Wort ergreifen darf.

Damit sichergestellt ist, daß nur einer spricht, könnt Ihr einen Gegenstand (den „Sprechstab“) im Kreis herumgeben. Nur wer den gerade in der Hand hält, darf sprechen.
Regeln
Ihr setzt Euch in einer Runde zusammen, möglichst in einem Kreis. Wenn anzunehmen ist, daß die Regeln noch nicht allen im Kreis bekannt sind, gebt Ihr sie jetzt noch einmal zu Gehör.

  • Es spricht nur der, der dran ist. Alle anderen hören zu, bis er fertig ist, auch wenn er schweigen sollte. Mancher braucht Momente der Stille, um sagen zu können, was wichtig ist.
  • Jeder spricht von sich! Über seine Gefühle, seine Wahrnehmungen, seine Eindrücke, seine Gedanken … Also keine Angriffe, Schuldzuweisungen oder Ähnliches. (statt:“Du machst das immer falsch!“ zum Beispiel „Ich möchte es gern so …“
  • Was ist das Thema? Wozu soll gesprochen werden? Handelt es sich um eine Vorstellungsrunde, um abschließende Eindrücke nach einer gemeinsam verbrachten Zeit oder wollt Ihr eine Aufgabe lösen?
  • Ist die Reihenfolge festgelegt oder kann jeder der möchte, das Wort ergreifen, wenn es der Vorhergehende niedergelegt hat?
  • Wie oft darf jeder sprechen? Bei einer Vorstellungsrunde ist einmal pro Person sicher genau richtig. Wenn Ihr ein Problem gemeinsam lösen wollt, ist das wahrscheinlich zu wenig.
  • Gibt es eine maximale Sprechdauer? Wer ist der Zeitwächter?
  • Wann hört Ihr auf? Nach einer festgesetzten Zeit, wenn jeder dran war oder wenn die Aufgabe geklärt ist?

Gerade wenn es Unstimmigkeiten und Klärungsbedarf miteinander gibt, ist der Kreis eine geeignete Methode. Denn wenn die Regeln eingehalten werden ist sichergestellt, daß jeder seine Ansicht in Ruhe äußern kann und nicht von anderen unterbrochen wird.

Dadurch fällt es leichter sich zu öffnen und die Chance, daß die wahren Interessen der Teilnehmer sichtbar werden, ist sehr groß. Das wiederum ermöglicht es dann, gemeinsam eine Lösung zu finden.

In herkömmlichen Diskussionsrunden siegen ja meist die Lauten und die Leiseren bleiben auf der Strecken. Das hat zur Folge, daß diese Ihre Interessen über kurz oder lang nicht mehr vertreten sehen und sich, zumindest innerlich, zurückziehen.

Also gerade wenn das Gefühl besteht, daß unausgesprochene Dinge das Zusammensein oder die gemeinsame Arbeit behindern, bietet sich ein Kreis an.

Wenn Ihr als Gruppe das erste Mal mit dem Kreis arbeitet, gebt Euch Zeit, diese Methode zu lernen. Oder holt Euch für den Anfang jemanden als Leiter von außen dazu.

Ich selbst habe den Kreis in verschiedensten Situationen kennengelernt, als Begrüßungs- und Abschiedsrunde auf Workshops, im Arbeitsteam zur Problemlösung und als Befindlichkeitsrunde in der Männergruppe. Und auch seine Mini-Form für zwei Personen, das Counceling und das Zwiegespräch setze ich regelmäßig ein.

Und: Diese Form der Kommunikation kann ich Euch nur ans Herz legen und empfehlen! Ich möchte sie jedenfalls nicht mehr missen!

Zum Thema Kreis ist im Biber Verlag» ein Buch erschienen: „Der Weg des Kreises“ von Manitonquat.